Naturheilkunde: Schüßlersalze helfen bei Verstopfung

Verstopfung, insbesondere mit chronischem Verlauf, kann als sogenannte Zivilisationskrankheit auf eine Lebensweise mit Bewegungsmangel und einer einseitigen Ernährung zurückgeführt werden. Langfristig kann die ausgeprägte Darmträgheit andersherum auch nur durch eine Umstellung auf ballaststoffreiche Kost, ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige Bewegung rückgängig gemacht werden. Naturheilmittel aus der Naturheilkunde wie beispielsweise Schüßlersalze eignen sich besonders für die erste Phase der Umstellung.

Naturheilmittel gegen Verstopfung

Zu Beginn dieser Umstellungsphase ist es sinnvoll, Stoffwechsel, Entgiftung und Verdauung mit bewährten Mitteln aus der Naturheilkunde anzukurbeln. In Frage kommen dafür fruchtsäurehaltige Pflanzenzubereitungen, etwa aus frischen Früchten, Hibiskusblüten oder Schlehdornblüten, die allesamt den Verdauungsvorgang anregen. Beliebt ist auch die Einnahme pflanzlicher Quellstoffe wie Leinsamen oder Flohsamen. Bei der Verwendung stark abführender Pflanzen ist generell Vorsicht geboten. Zwar sind diese dem Gebrauch chemischer Laxanzien vorzuziehen, dennoch kommt es bei längerer Einnahme ebenfalls zu schädlichem Elektrolyteverlust und verstärkter Darmträgheit. Angehörige dieser sogenannten Anthra-Drogen sind etwa Aloe Vera, Faulbaumrinde oder Sennesblätter.

Schüßlersalze wirken sanft und nachhaltig

Sanfte und nachhaltige Wirkung auf Obstipationsbeschwerden ist von biochemischen Funktionsmitteln oder Schüßlersalzen zu erwarten. Diese homöopathisch aufbereiteten Mineralstoffe, die nach ihrem Entwickler Dr. Schüßler benannt wurden, wirken regulierend, sodass sie eine Unterfunktion genauso ausgleichen können, wie eine Überfunktion. Überdosierungen werden ebenso vermieden wie unangenehme Nebenwirkungen. Lediglich zu Beginn der Behandlung kann es vorübergehend zu einer Verstärkung der Symptome kommen (Erstverschlimmerung), die aber nach wenigen Tagen wieder abklingt.

Auswahl von Schüßlersalzen bei Verstopfung

Bei Verstopfung sind bisher gute Erfahrungen mit folgenden Mitteln beschrieben worden, die je nach Beschwerden einzeln oder kombiniert in Frage kommen:

Ferrum phosphoricum (Nr.3) ist als das Erste-Hilfe-Mittel unter den Schüßlersalzen. Es stärkt die Abwehrkräfte allgemein und wirkt im Verdauungstrakt auf die Darmwand und –zotten. Im Akutstadium der Verstopfung sollte das Mittel deshalb in kurzen Abständen eingenommen werden.

Kalium chloratum (Nr. 4) reguliert den Wasserhaushalt und gleicht als Schleimhautmittel Irritationen der Darmschleimhaut aus. Das Mittel bindet giftige Abfallprodukte, die bei einer Verstopfung nicht ausgeschieden werden können.

Kalium sulfuricum (Nr.6) räumt auf und entgiftet. Das Funktionsmittel wirkt auf Verdauungssystem und Darmbakterienhaushalt, auch wenn der Verstopfung ein Darmpilz zugrunde liegt.

Magnesium phosphoricum (Nr.7) hat großen Einfluss auf das Nervensystem, es entkrampft innere Organe und reguliert die unwillkürlichen Muskelbewegungen. Damit beeinflusst das Mittel auch die peristaltischen Bewegungen des Darmes, die dem Weitertransport der Nahrung im Verdauungstrakt dienen und die bei einem trägen Darm vermindert sind.

Hinter der Bezeichnung Natrium chloratum (Nr.8) verbirgt sich nichts anderes als Kochsalz. Es reguliert den Flüssigkeitshaushalt und kann fehlendes Durstgefühl anregen, wenn zuwenig getrunken wird. Es ist außerdem beteiligt an der Bildung der Darmschleimhaut.

Natrium phosphoricum (Nr. 9) bringt den Säuren-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht, der bei einer Darmträgheit oftmals gestört ist und wirkt insgesamt stoffwechselanregend. Leiden Kinder an einer Verstopfung, sollte es als erstes Mittel probiert werden.

Natrium sulfuricum (Nr.10) ist das anerkannte Salz der Ausleitung, weil es alle Ausscheidungsvorgänge anregt und beschleunigt. Bei Obstipation vermag es die bereits bestehende Darmträgheit zu beseitigen.

Silicea (Nr.11) wird empfohlen, wenn Verstopfung bei Frauen stets vor und während der Menstruation eintritt.

Die Mittel sind als Tabletten, Globuli, Tropfen oder Pulver erhältlich. Bei bestehender Laktoseallergie oder Milchunverträglichkeit sollten keine Zubereitungen auf Milchzuckerbasis ausgewählt werden.